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Genderblog
| Genderblog | |
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| Beschreibung | Weblog |
| Slogan | Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes. (Erving Goffman) |
| Sprachen | deutsch |
| Online seit | März 2005 |
| Status | nicht mehr verfügbar |
| Weitere Infos | |
| Betreiber | N.N. |
| Urheber | N.N. |
| URL | genderblog.de |
Der Genderblog startete im März 2005, unterstützte das GenderWiki, der letzter Betrag stammt vom 18. Dezember 2012 und er ging Ende 2016 offline.
Das Genderblog des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien[wp][1] ist möglicherweise ein Nachfolger des Blogs, denn sowohl dieses Zentrum als auch die Humboldt-Universität zu Berlin waren ebenfalls an dem Genderwiki beteiligt.
Selbstdarstellung
| Zitat: | «Das Genderblog ist das derzeit größte kollaborative, feministische Weblog zu Frauen- und Geschlechterforschung, Geschlechterfragen und -politik im deutschsprachigen Raum.
Im Genderblog soll Platz für unterschiedliche Meinungen und Interessen sein, von der gendertheoretisch geprägten literaturwissenschaftlichen Analyse von Schillers Räubern bis zur "Kopftuchdebatte", von eigenen Diskussionsbeiträgen bis hin zum schlichten Verweis auf einen guten Text anderswo im Netz oder außerhalb; ein reiner Veranstaltungskalender oder ein reines Verlautbarungsorgan soll es allerdings nicht sein. Ausrichtung und Inhalte des Genderblogs bestimmen die, die sich daran beteiligen - als AutorInnen und als KommentatorInnen. Das Genderblog ist Anfang März 2005 gestartet und wird von mehreren AutorInnen betrieben. Die Beteiligung weiterer AutorInnen (und sei es nur gelegentlich) ist ebenso dringend erwünscht wie die Aufnahme von Diskussionen mit den AutorInnen. Contributions in English are also more than welcome.»[2] |
Beiträge
| Zitat: | «Mir reicht's. (Wieder mal.) Ich hab die Nase voll von diesem Geseiere, diesen jammernden Selbstbeweihräucherungen, diesem verlogenen Weltreduzierungspathos. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht für meine Geschlechtsgenossen schäme, und ich tue es aus freier Entscheidung, mit Hingabe und intellektueller Ernsthaftigkeit.
Und steigender Wut. Diese extremistischen Männerhorden, seien sie rechtsradikal, jüdisch-orthodox oder islamistisch oder was sonst noch: sie erzeugen durch die Bank Brechreiz in mir, wie jede nach Uniformität und Gleichschaltung strebende Ansammlung hirntoter Floskeln von Ruhm, Ehre und Bereitschaft, in den Tod zu gehen. All diese Idioten mit ihrer lebensverachtenden Negierung von allem, was gut, schön und lebens- wie liebenswert ist. Ach, wie viel ich kotzen könnte, passt ja doch auf kein Frühstücksbuffet. Und jetzt ist also wieder der Feminismus, sind die bösen Weiblichkeiten daran schuld, dass in Amerika zwanzig kleine Kinder ihr Leben lassen mussten[wp]. Das schreibt Walter Hollstein, und der Berliner Tagesspiegel[wp] entblödet sich nicht, solchem Gedankenreduktionismus auch noch Platz zu bieten. Weil Schulen Tatorte von Amoklaufen waren und die Täter allesamt Männer, schließt Hollstein daraus messerstumpf: "Schule ist für viele Jungen in den letzten Jahren zu einem Horrortrip geworden." Man muss nur kurz darüber nachdenken, dass Morde und Amokläufe auch anderswo stattfinden, um zu erkennen, dass dieser Satz keinerlei kausalen Boden unter den Gänsefüßchen hat. Aurora[wp]: "Kinos sind für viele Jungen in den letzten Jahren zu einem Horrortrip geworden." Ein Einkaufszentrum[ext], auch erst ein paar Tage her: "Shopping Malls sind für viele Jungen in den letzten Jahren zu einem Horrortrip geworden." Das ist doch gefährlicher geistiger Dünnpfiff, dafür hat er wohl auch noch Honorar bekommen? Aber weil Hollstein anscheinend nur ein Thema kennt, wird halt passend gemacht, was ihm so einfällt: Das muss natürlich sein, dieses Zusammentreffen von Schule und Gewalt aus der Hand eines jungen Mannes, weil in den Schulen die Frauen das Sagen haben, denn: "Jungen wachsen heute in einem engen Frauenkäfig von Müttern, Omas, Tanten, Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen auf." (Dass in den Einkaufszentren und Kinos Frauen das Sagen hätten, will das auch jemand behaupten?) Ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden (ach, von Gedanken kann hier ja im eigentlichen Sinne eh nicht die Rede sein), warum da eigentlich keine Männer in dieser Kinderwelt auftauchen – sind die alle weggesperrt? Werden junge Männer beim Versuch, sich erziehend betätigen zu wollen, ohne Vorwarnung erschossen? Hat der Weltfeminismus ganz generell die Beteiligung von Vätern am Leben ihrer Kinder verboten? Und warum weiß ich dann davon noch nichts? – faselt Hollstein dann ein bisschen selektiv vor sich hin, dass vage vermutete weibliche Werte in Schule und Erziehungssystem irgendwie dafür sorgen, dass die Jungen von heute nicht mehr richtige Jungen sein können und deshalb unglücklich sind, ADHS kriegen und irgendwann mit Waffengewalt auf Mütter, Kinder und Marsmännchen losgehen. Okay, die Marsmännchen habe ich mir ausgedacht, aber Hollstein sich den Rest ja auch. Wie ahistorisch ist dieser Blick eigentlich? Bis vor hundert Jahren waren Schulen nahezu ausschließlich männlich geprägt – Lehrer, Erzieher, Psychologen, all das waren seinerzeit Männer, und sind deshalb die wenigen Mädchen, die zur Schule gehen durften, mordende Psychopathinnen geworden? Und ist es nicht auch so, dass schon seit geraumer Zeit – nennen wir es mal: seit Beginn der Aufzeichnungen zu diesem Thema, also geschätzt seit dem Beginn der Geschichtsschreibung – es immer Männer waren, die weltweit den Großteil der physischen Gewalttaten verübt haben? Also auch schon lange bevor der Feminismus zu jener alles umfassenden Krake geworden sein könnte, die Hollstein und seine Glaubensgenossen sich da zusammenphantasieren? In diesem schönen Video stellt Eric Anderson[ext] (ab ca. 6:10) fest, dass alle Welt sich fragen würde, was mit den Frauen los wäre, wenn sie auf einmal ähnlich gewalttätig würden, wie wir es von (vor allem heterosexuellen) Männern längst gewohnt sind (via Batz):
Für Hollstein ist das anscheinend kein Problem, sehr wohl aber, wenn Jungen "im Fach Deutsch Bienengeschichten lesen, im Kunstunterricht Schmetterlinge malen und beim Sport Schleiertänze aufführen" müssen. Echt jetzt? Schmetterlinge, Bienen und Schleier machen aus Jungs unaufmerksame Schulversager und Amokläufer? So ein Glück, endlich haben die Armeen der Welt einen Weg gefunden, um die ultimativen, gnadenlosen Killer auszubilden: Schleiertanz in der Turnhalle zu Schmetterlingsmusik! In Wahrheit sind das nur die armseligen Meinungen eines Menschen, der sich partout nicht vorstellen kann, dass ein Leben vielleicht sogar vollständiger sein kann als seine eigene mickrige Vorstellung von Männlichkeit. Dass ein junger Mensch, Mann, Junge womöglich stark und sensibel sein kann, Bienen und Actionfilme mögen, sich rangeln und kuscheln. Wie halt seine Schwestern und Freundinnen auch. Wollen wir das echt? Wollen wir, dass solche Männer mit ihrem reduzierten, völlig lebensfremd eindimensionalen Verständnis von Geschlechtlichkeit und damit auch von Menschlichkeit die Diskussion darüber bestimmen und leiten, wie wir unsere Kinder erziehen wollen? Wollen wir ernsthaft das Glück unserer Kinder dadurch begrenzen, dass wir ihnen veraltete, einengende Korsette umzwingen, anstatt mit ihnen gemeinsam die Möglichkeiten zu entdecken, die sich aus fluideren Geschlechterbildern ergeben? Was, zum verfickten Teufel, ist so beschissen schlecht daran, dass Jungs auch mal schwach und Mädchen auch mal stark sein dürfen, Jungs strebsam und Mädchen bolzend? Für Hollstein ist die große Gefahr die Orientierungslosigkeit und damit verbundene Überlastung: Es gebe keine "allgemeingültige[] Bilder[] von Männlichkeit“ mehr, „wie das früher der Fall war. Stattdessen müssen sie sich allein zurechtfinden – nicht zuletzt, weil das die männliche Rolle von ihnen verlangt." Und zugleich ist da der Leistungsdruck, zitiert Hollstein eine Studie (vermutlich diese): "Sie sollen Frauenversteher, durchtrainierte Machos, Kinderwagen schiebender Papa und Karrieretyp sein. Das Dilemma ist: Egal, für welche Rolle sie sich entscheiden: der Erfolg ist ihnen nicht garantiert". Und wieder stellt sich Hollstein ein Bein mit seiner ahistorischen Perspektive - denn war es wirklich je so, dass Männlichkeit (oder Weiblichkeit) je so eine einfache, geradlinige Sache gewesen wäre? Und glaubt er wirklich der nostalgisch-patriarchalen Wunschphantasie, dass den Männern früher der Erfolg garantiert gewesen sei? Die gerade an den Anforderungen ihrer "Männlichkeit" gescheiterten Menschen sind Legion - und es sind eben Leute wie Hollstein mit ihren archaischen Männlichkeits- und Menschlichkeitsvorstellungen, die solche Bilder und Erfolgserwartungen zementieren. Dahinter schwebt natürlich die Vorstellung einer angeblichen alle gesellschaftlichen Strukturen durchsetzenden Weiblichkeit, der die Männer mit ihrem wahren Wesen unterworfen sind. In einem anderen Text Ende September hat Hollstein das so umschrieben: "In der Geschlechterrevolution der späten Sechzigerjahre wurde der gesamte zwischenmenschliche Bereich von Frauen umgedeutet und inhaltlich neu gefüllt." Das ist begrifflich so vage, wie es inhaltlich nur von verschwörungstheoretischem Gebrubbel aufgeblasen gehalten wird. Der genannte Text, im September 2012 in der Aargauer Zeitung erschienen (Quelle[ext], der Text als Word-Datei[ext]), enthält im Übrigen, obwohl es um etwas inhaltlich anderes geht, schon nahezu wortgleich die gleichen Argumentationsversatzstücke, den Verweis auf die Bienengeschichten und die Sinus-Studie, die womöglich auch nur dieses eine Zitat zur Situation männlicher Jugendlicher hergibt. Was Hollstein von sich gibt, sind also wirklich nur Fetzen eines durch unhinterfragte Meinungen zusammengehaltenen Luftschlosses von Vorurteilen und Hass. Die Ironie der Haltung Hollsteins liegt ja darin, dass sie alles andere als aufrecht, stolz und weltgegerbt daherkommt, was man früher mannhaft nannte: es ist eine weinerliche, unerwachsene Trotzreaktion darob, dass die Welt sich entwickelt und dabei nicht fortwährend nett zu ihm und den ach so leidenden Männern ist, deren Geschlechtsgenossen seltsamerweise immer noch die Spitzenpositionen weitgehend unter sich ausmachen. Immer sind die anderen schuld, fast immer die Frauen und vor allem die bösen, bösen Feministinnen; und die Weltsicht ist dann so beschränkt, dass man in allem nur diese eine Ursache am Werke sieht. Das reduziert die Welt in intellektuell unredlicher Weise auf einen einzigen Zusammenhang, und das ist verschwörungstheoretisch, also vor allem: gedankenfaul. Zu träge, um einen originellen Gedanken zu fassen, zu unerwachsen, um auch nur ein bißchen Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen und zu desinteressiert, um die Welt und die Menschen so zu nehmen, wie sie sind: Schön, hässlich, furchtbar, wunderbar, liebevoll, hasserfüllt, sehnsüchtig, enttäuscht, weiblich, männlich, und immer auch alles dazwischen. Widersprüchlich und komplex vor allen Dingen. Wenn ich mir etwas für Kinder wünsche, dann dies: dass sie diese Welt in ihrer unendlichen Fülle erleben, kosten und durchdringen können. Und dass ihnen möglichst wenige Menschen wie Walter Hollstein dabei begegnen.», Der Feminismus und die Amokläufer[3] |
| Zitat: | «Nämlich, wenn alle Beteiligten weiblich sind. Präzise Beobachtung der Konflikteklassifizierung in deutschen Medien im Graphitti-Blog[ext]: », ... dann ist es Zickenkrieg![4] |
| Zitat: | «Ein 2009 gedrehter Dokumentarfilm von Lisa Rogers und Heather Leach über den Trend, daß immer mehr britische Frauen sich ihre Vagina operativ “verschönern” lassen. (Hier ist ein Artikel im britischen Guardian zu dem Film mit mehr Hintergrundinfos.)
Der Film ist in englischer Sprache und, wie man im Internet so sagt, NSFW - Not Safe For Work, also nicht dafür geeignet, daß man ihn sich in Kontexten ansieht, in denen anderer Leute moralischer oder ästhetische Grenzen berührt werden könnten. Es geht nämlich um Geschlechtsorgane.
», Doku: The Perfect Vagina[5] |
| Zitat: | «Ich habe die Überschrift dieses Textes einfach mal geklaut, denn präziser kann man kaum zusammenfassen, mit welchen Befürchtungen sich der genau so betitelte Text von Cornelia Schmergal und Manfred Engeser aus der WirtschaftsWoche (von der Zeit übernommen) so trägt und herumschlägt.
Der Tenor dabei ist: Nur durch die ja sehr vage Androhung einer gesetzlichen Frauenquote (die im Text bizarrerweise als “oberste Bundesfrauenbeauftragte” bezeichnete Bundesministerin Schröder ist ja nun nicht dafür bekannt, daß sie diese Quote wirklich unbedingt wollen würde) schon würden mehr und mehr Unternehmen eine offizielle oder inoffizielle Quote einführen; die vermehrte Einstellung von Frauen in Führungspositionen (oder in dorthin führenden Posten) schmälere aber die bisher recht sicher geglaubten Aufstiegschancen der Männer. Das ist natürlich für niemanden überraschend, der sich schon einmal eine Handvoll Gedanken darüber gemacht hat, was für Folgen eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsgeschehen haben könnte. Irritierend ist aber doch, wieviel Gejammer über Ungerechtigkeit der Artikel enthält. Als sei der bisherige Umgang mit dem geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen besser, bei dem man schöne Sonntagsreden hält, Absichtserklärungen formuliert und zu Bewerbungen auffordert, nur um dann doch tendenziell mehr Männer nach oben zu befördern und die Schuld bei den angeblich persönlichen, privaten und natürlich nicht über-individuellen Lebensentscheidungen und Verhaltensweisen der Frauen zu suchen. Anders gefragt: Ist es wirklich besser, ein System unterschwelliger, aber offensichtlicher Diskriminierung fortzuschreiben, dessen Wirksamkeit sich überall statistisch nachweisen läßt, als eine Quote einzuführen, deren Ziel es nur sein kann, sich auf lange Frist selbst überflüssig zu machen, und die in Einzelfällen auch mal Männer benachteiligt? Natürlich mag es sein, daß die betroffenen Männer konkret nichts dafür können, daß sie ein Y-Chromosom haben, wie Schröder das formuliert; aber die bisher diskriminerten Frauen können für ihren Mangel desselben ja ebensowenig etwas. Daß also auf Listen mit Besetzungsvorschlägen das eigene Geschlecht nur mit "Alibi-Funktion" aufgelistet wird, auch die "Machtlosigkeit" beim beruflichen Vorüberziehen der Menschen des jeweils anderen Geschlechts, die in dem Artikel für bedauernswerte Männer beschrieben wird, das alles kennen Frauen also nur allzugut. Und wir sollten vielleicht ab und zu (uns) daran erinnern, daß im Zweifelsfall immer wieder andere Leute uns beruflich und finanziell überflügeln – beiderlei Geschlechts, in den allermeisten Fällen aber immer noch Männer. Wenn ein Unternehmen allerdings, wie es in dem Artikel als geradezu Standardfall wiedergegeben wird, eine Frau einstellt oder befördert, einfach weil dies ob der drohenden Quote sein muß und obwohl es klar und deutlich fachlich besser geeignete Männer für den Job gibt – dann ist es schon selbst schuld. Die Quote mag dann im Einzelfall allerdings womöglich auch dafür gut sein, den Personalchef_innen deutlich zu machen, daß womöglich ihre Einschätzungen dessen, wer qualifiziert sei und wer nicht, geschlechtergerecht anpassen sollten. Wer weiß, vielleicht erleben wir mit der Quote noch so einige Überraschungen.», Frauenquote bedroht Männerkarrieren[6] |
| Zitat: | «Am 29.01.2009 gründeten ca. 150 TeilnehmerInnen der Gründungsveranstaltung die Fachgesellschaft Geschlechterstudien / Gender Studies Association. Der Verein wurde gegründet, zur
Das Genderblog gratuliert Sabine Hark, Paula-Irene Villa, Susanne Baer, Sigrid Schmitz, Aline Oloff, Antke Engel und Regina Frey für ihre Wahl in den Vorstand. Die Arbeit in der Gesellschaft wird über thematische Arbeitsgruppen organisiert werden. Vorschläge für Arbeitsgruppen müssen an den Vorstand gerichtet werden. Für alle, die nicht an der Gründungsveranstaltung teilnehmen konnten und in der Gesellschaft mitwirken wollen, findet sich sicherlich in den nächsten Tagen die Satzung und ein Beitragsformular auf der Seite http://fg-gender.de/.», FachGesellschaft GeschlechterStudien gegründet[7] |
| Zitat: | «Unter explizitem Bezug auf die Menschenrechte und speziell auf die Yogyakarta-Prinzipien zur Anwendung der Menschenrechte in Bezug auf die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität hat die Australian Human Rights Commission im vergangenen September einen Vorschlag gemacht, der den rechtlichen Status von Intersexuellen und Transgender klären und erleichtern soll. So heißt es in dem Papier 'Sex Files - The legal recognition of sex'[ext]. Proposed reform (Word-Datei):
Der Vorschlag schließt deshalb nicht nur die Schaffung einer Geschlechtszuordnung "Intersex" als juristisches Konstrukt und quasi "drittes Geschlecht" ein, sondern auch deutliche Erleichterungen für Transgender, die ihr rechtliches Geschlecht ändern lassen möchten. So sollen insbesondere chirurgische Eingriffe nicht mehr zwingende Voraussetzung für eine rechtliche Geschlechts&sy;anpassung sein, wie es bislang nicht nur in Australien, sondern auch in vielen anderen Ländern (und auch Deutschland) üblich ist. Stattdessen wird ein "sex affirmation treatment" Voraussetzung für die rechtliche Anpassung; diese "Behandlung" ist aber eben gerade nicht unbedingt chirurgisch:
Das Papier fordert auch weitergehende Schritte, wie daß etwa die Auflösung einer Ehe nicht Voraussetzung für eine rechtliche Geschlechtsanpassung sein kann - das hatte für Deutschland das Bundesverfassungsgericht im letzten Juli bereits verbindlich gemacht. Gegenüber dem dortigen 'Daily Telegraph' verweist bereits auf eine Reaktion zu dem Vorschlag, in der ein viertes Geschlecht gefordert wird:
», Führt Australien ein drittes Geschlecht ein?[8] |
| Zitat: | «Am 27.11.2008 wurde die Auflösung der Arbeitsgruppe Gender Studies an der Leibnitz Universität Hannover beschlossen.
In einem Auflösungsbeschluss findet sich folgende Begründung:
Schade für die Leibnitz Universität Hannover, dass sie keine Kapazitäten für die Geschlechterforschung frei schaufeln konnte oder wollte und schade auch für die Lehrenden, Forschenden und Studierenden, dass ein wichtiges Angebot gestrichen wird." Im Leitbild der Uni heißt es:
», Gender Studies in Hannover lösen sich auf :-([9] |
| Zitat: | «Das ist vielleicht für einige sehenswert: der heutige Themenabend bei arte unter dem Titel "Wenn Väter sich rächen":
Angesichts einiger sehr seltsamer antifeministischer Auswüchse aus der "Männerbewegung" könnten das ganz spannende Beiträge werden. Mehr Infos bei arte.», arte-Themenabend: Wenn Väter sich rächen[10] |
Einzelnachweise
- ↑ Genderblog
- Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien[wp] - Ergebnisse, Projekte und Debatten aus Forschung und Lehre der Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin
- ↑ Genderblog: Über uns[archiviert am 4. November 2016]
- ↑ Der Feminismus und die Amokläufer[archiviert am 1. Januar 2013], 18. Dezember 2012
- ↑ ... dann ist es Zickenkrieg![archiviert am 9. Januar 2012], 22. Juni 2011
- ↑ Doku: The Perfect Vagina[archiviert am 12. Oktober 2011], 18. Mai 2011
- ↑ Frauenquote bedroht Männerkarrieren[archiviert am 20. November 2011], 3. Mai 2011
- ↑ FachGesellschaft GeschlechterStudien gegründet[archiviert am 26. Januar 2011], 31. Januar 2010
- ↑ Führt Australien ein drittes Geschlecht ein?[archiviert am 10. Dezember 2008], 7. Dezember 2008
- ↑ Gender Studies in Hannover lösen sich auf :-([archiviert am 10. Dezember 2008], 3. Dezember 2008
- ↑ arte-Themenabend: Wenn Väter sich rächen[archiviert am 23. Oktober 2007], 22. März 2005
Netzverweise
- Webpräsenz: genderblog.de[archiviert am 26. November 2016]
- Über uns[archiviert am 4. November 2016]
- Genderblog
- Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien[wp] - Ergebnisse, Projekte und Debatten aus Forschung und Lehre der Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin
